Compassion Zones“ — Tierleidfreie Rechtsräume gestalten

Der europäis­che Gericht­shof für Men­schen­rechte hat den Tier­schützern einen roten Tep­pich aus­gerollt. Es gilt daher, tier­lei­d­freie Recht­sräume — oder wie ich sie nenne ‘Com­pas­sion Zones’ auszubauen.

Fotos schießen statt Füchse! [Bild: pix­und­fer­tig | CC0]

Tierschutz als Weltanschauung 

Der europäis­che Gericht­shof für Men­schen­rechte hat in mehreren Entschei­dun­gen fest­gestellt, dass Tier­schützer in ein­er edlen philosophis­chen Tra­di­tion der Philosophen Mon­taigne, Schopen­hauer, Voltaire, Bertrand Rus­sell und anderen ste­hen, und dass das Recht, sich schützend vor Tiere zu stellen von Art. 9 der Europäis­chen Men­schen­recht­skon­ven­tion als Weltan­schau­ung und auch von Art. 20a des Grundge­set­zes geschützt ist. In der Entschei­dung Her­rmann gegen Bun­desre­pub­lik Deutsch­land wurde hier­auf basierend einem Tier­schützer das Recht zuge­sprochen, die Jagd auf seinem Grund­stück zu unterbinden.

Rechtsräume ausdehnen

Wir haben also bere­its jet­zt die Möglichkeit, diese rechtlichen Räume weit­er auszudehnen. Ein Bere­ich tier­lei­d­freien Kon­sums ist die veg­ane Ernährung und darüber hin­aus selb­stver­ständlich auch der veg­ane Kon­sum ander­er Pro­duk­te. Eine weit­ere rechtliche Sphäre, in der man Tier­leid ver­mei­den kann, ist das Grun­deigen­tum. Men­schen die Grun­deigen­tum besitzen, kön­nen:

  • die Jagdbe­friedung beantra­gen
  • die Fis­cherei unterbinden
  • Tier­hal­tung durch Pächter ver­hin­dern

Dies erfordert beson­dere ver­tragliche Gestal­tun­gen — ins­beson­dere, wenn es sich um Land­pacht han­delt. Aber auch die Geset­zge­bung, Ver­wal­tung und die Jus­tiz kön­nen dazu beitra­gen, tier­lei­d­freie Recht­sräume zu gestal­ten.

Von der Leg­isla­tive ist zu erwarten, dass die Wildtier­hal­tung generell geset­zlich unter­sagt wird. Kom­munen kön­nen alles daran set­zen, um öffentliche Plätze so zu wid­men, dass Wildtiere dort nicht zur Schau gestellt wer­den. Auch Art. 20 a des Grundge­set­zes kann von der Recht­sprechung kon­se­quenter angewen­det wer­den, wenn zum Beispiel unbes­timmte Rechts­be­griffe wie „vernün­ftiger Grund zum Töten von Wirbeltieren“ nicht so aus­gelegt wird, dass jährlich über 50 Mil­lio­nen männliche Küken geschred­dert wer­den dür­fen.

Compassion Zones“

Hier­von han­delt der Vor­trag, den ich auf dem Tier­recht­skongress 2017 in Wien auf Englisch gehal­ten habe: